05.10.2012

Alternativen zur Lohnerhöhung

Während seines Berufslebens steht früher oder später nahezu jeder Arbeitnehmer vor dem Problem, dass es an der Zeit für eine Lohnerhöhung wäre, diese aber – beispielsweise aus betriebswirtschaftlichen oder unternehmenspolitischen Gründen – nicht genehmigt wird. Viele Angestellte geben sich mit einem „Nein“ vom Personalchef zufrieden, und fristen weiterhin ihr Arbeitsdasein, immer mit dem bohrenden Ärger im Hinterkopf, eigentlich mehr Geld zu „verdienen“. Das muss aber nicht sein, denn neben der klassischen Lohn- bzw. Gehaltserhöhung gibt es noch unzählige weitere alternativen einer Lohnerhöhung, die das monatliche Gehalt verbessern können. Auf einige davon gehen wir in diesem Beitrag ein.

Die Alternativen zu einer Lohnerhöhung

Die erfolgsabhängige Prämie

Projekt- oder zeitbezogene Prämien sind eine positive Sache für beide Seiten. Der Arbeitgeber schafft sich dadurch einen motivierten Mitarbeiter, der sein Prämienziel erreichen will, der Arbeitnehmer wiederum ist angespornt und arbeitet entsprechendem Elan an seiner Aufgabe. Prämien werden entweder monatlich oder nach Abschluss eines Projektes ausbezahlt und eignen sich hervorragend als Überbrückung, bspw. wenn die eigentliche Gehaltserhöhung noch ein oder zwei Jahre hinausgezögert werden muss.

Die Gewinnbeteiligung

Während die Prämienzahlung meist der Erfolg eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe ist, müssen bei der Gewinnbeteiligung alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen. Erst wenn alle ein gewisses Ziel erwirtschaftet haben, wird die Gewinnbeteiligung ausgeschüttet, meist in prozentualer Form oder nach einem vorher abgesprochenen Beteiligungsschema. Für den Einzelnen ist das Risiko, die Beteiligung nicht zu erhalten, höher, da nicht nur er bzw. seine Abteilung an der Erzielung beteiligt sind, sondern alle.

Der Sonderurlaub

Der Sonderurlaub ist auch eine Form der Prämienzahlung, nur wird hier nicht zusätzliches Geld ausgeschüttet, sondern Freizeit für den Mitarbeiter. In manchen Unternehmen kann man sich Prämienzahlungen auch in Urlaubstage gegenrechnen lassen. So kann der Arbeitnehmer selbst entscheiden, ob er lieber auf den monetären Bonus zurückgreift, oder eine Woche Urlaub machen kann.

Der Geschäftswagen

Mittlerweile die klassische Methode, um Gehaltserhöhungen aus dem Weg zu gehen. Immer mehr Unternehmen setzen statt auf Gehaltserhöhungen auf die Vergabe von Geschäftswägen. Je nach Position im Unternehmen kann der Firmenwagen auch privat kostenlos genutzt werden, andernfalls sind bspw. die Tankrechnungen selbst zu begleichen, während der Arbeitgeber den Aufwand für Steuer, Versicherung, Reparaturen und Werkstattaufenthalte übernimmt. Da sich hier vor allem steuerliche Vorteile bieten, ist die Geschäftswagenlösung für beide Seiten äußerst lukrativ.

Der Mobilfunkvertrag

Mittlerweile gehört in fast allen Unternehmen die Nutzung eines Geschäftshandys zur täglichen Arbeit. Dem Arbeitgeber entstehen also sowieso Kosten für die Bereitstellung eines Gerätes und die Begleichung der monatlichen Vertragskosten. Für den Arbeitgeber ist es mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden, die geschäftliche Handynutzung auch privat zu erlauben, und die entstehenden Kosten für private Gespräche zu übernehmen. Hier können gegebenenfalls Limits gesetzt werden, damit die privaten Telefonate nicht überhand nehmen, und sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber Transparenz geschaffen wird.

Der Mietzuschuss

Die Möglichkeit, einen Mietzuschuss vom Arbeitgeber zu erhalten, setzt in nahezu allen Fällen voraus, dass der Arbeitnehmer der doppelten Haushaltsführung unterliegt, er also für die Ausübung seiner Tätigkeit sowieso auf einen Zweitwohnsitz angewiesen ist. Denn nur unter diesen Voraussetzungen ergibt sich für den Arbeitgeber die Möglichkeit, diesen Mietzuschuss steuer- und sozialversicherungsfrei auszuzahlen. Andernfalls käme die Zahlung einer Lohnerhöhung gleich. Alternativ kann der Arbeitgeber auch die Wohnung anmieten, und Sie dem Arbeitnehmer steuerfrei vermieten.

Der Betriebsausflug

Auch ein Betriebsausflug kann eine Form der Lohnerhöhung sein. Beispielsweise wird ein erfolgreicher Projektabschluss nicht mit einer Prämienzahlung honoriert, sondern mit einem Kurzurlaub für das komplette Projektteam. Auch Unternehmensüberschüsse am Ende des Geschäftsjahres können für einen ausgedehnten Betriebsausflug genutzt werden. Hierbei wird die Teamfähigkeit aller Mitarbeiter gestärkt, und privates und berufliches wird miteinander verbunden.

Fazit

Es muss nicht immer der Mehrbetrag auf das Bruttogehalt sein. Vielmehr können sich die oben genannten Alternativen durchaus als vorteilhafter herausstellen. Denn je nach Steuerklasse bleibt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben weniger übrig als beispielsweise bei Inanspruchnahme eines Firmenwagens. Sollten Sie also vor der nächsten Gehaltsverhandlung stehen, sprechen Sie Ihren Arbeitgeber offen auf die möglichen Alternativen an.