Braucht man heutzutage noch Personalberater

Geschrieben von | 12. Oktober 2012 | Allgemein

Personalberater mit Schild

Bereits Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrtausends gab es den ersten Einschnitt für die Branche der Personalberater: Die erste Online-Jobbörse ging damals ans Netz und im ersten Moment sah es so aus, als würde Sie dem klassischen Personalberater die Show stehlen. Bis dahin konnte er sich auf sein Knowhow im Studium der Printmedien und sein in langwieriger Kleinarbeit aufgebautes Bewerberportfolio verlassen. Schon damals stellten die Berater fest, dass Online-Jobbörsen zwar eine Konkurrenz darstellen, das fundierte Wissen und den Überblick eines persönlichen Beraters jedoch nicht untergraben können.

Business-Netzwerke und das Web 2.0 stehlen dem Berater die Schau

Der nächste große Paukenschlag kam mit den Business-Netzwerken. Der Klassiker in Deutschland nannte sich seinerzeit OpenBC, heutzutage jedem besser bekannt unter der Marke „Xing“ (gesprochen übrigens „Crossing“ für Vernetzung).
Mit Xing, und seinen internationalen Derivaten wie bspw. LinkedIn wurde recht schnell klar, dass die Luft für den Personalberater noch dünner wird. Aber auch hier brillierten die Personalberater nach wie vor mit Ihrer Erfahrung und Kompetenz in der Einschätzung der Bewerber.

Stufe drei hat mehr oder weniger selbständig das vielgescholtene Web 2.0 gezündet. Social Media war und ist in Aller Munde, und schnell kamen auch Unternehmen auf die Idee, die Personalabteilungen selbst Bewerber rekrutieren zu lassen. Schaut man sich heute im Internet um, findet man kaum eine große Firma, die keinen Social Media Kanal betreibt, und sowohl dort als auch auf der klassischen Webseite um neue Mitarbeiter wirbt.

Wo steht also der Personalberater im Jahr 2012?

Die Frage nach dem Stellenwert des Personalberaters heutzutage stellt sich unweigerlich. Was leistet die alt her bekannte Personalberatung, was ein Business-Netzwerk, ein Social Media Kanal oder ein Unternehmen selbst nicht erbringen kann?

Das Knowhow, die langjährige Erfahrung und das Quäntchen gutes Gespür eines klassischen Personalberaters kann das immense digitale Angebot nach wie vor nicht ersetzen. Sie müssen jedoch mehr denn je eine gehörige Portion Flexibilität an den Tag legen. Ist die Personalberatung früher unter eigenem Namen aufgetreten, geht der Trend heutzutage immer mehr in Richtung „verlängerter Arm des Unternehmens“. Das bedeutet, der Personalberater agiert im Namen des Unternehmens, und konzentriert sich hierbei hauptsächlich auf die Suche nach geeigneten Bewerbern. Ausschweifende Kampagnen zur Auffüllung der eigenen Bewerberkartei finden kaum mehr, bzw. nur noch virtuell innerhalb von Business-Netzwerken statt.

Fazit
Personalberatern Ihre Beschäftigung abzusprechen wäre eindeutig überzogen. Zwar wird die Relevanz der klassischen Personalberatung in der Zukunft weiter abnehmen, arbeitet jedoch eine Personalberatung eng mit den Unternehmen zusammen, ergeben sich durchaus für alle Seiten Synergien, und es entsteht sozusagen eine dreifache Win-Situation für die Beteiligten.
Der Personalberater schöpft aus seiner Erfahrung, die Unternehmen finden dadurch schneller geeignete Kandidaten, und der Bewerber selbst profitiert davon, vom Berater bereits für ein für ihn passendes Unternehmen ausgewählt worden zu sein.

Schlagwörter: ,