Kommentare deaktiviert für Die ideale Rechtsform für Existenzgründer

Die ideale Rechtsform für Existenzgründer

Geschrieben von | 10. August 2012 | Allgemein

Existenzgründer denkt über die ideale Rechtsform nach

Leitfaden Existenzgründung – Teil 2

Letzte Woche ging es um das Thema Finden und Prüfen Eurer Geschäftsidee. Wir wollten Hier Ihr Augenmerk darauf legen,
Ihre Geschäftsidee vor der Umsetzung auf Nachhaltigkeit und Realisierung zu prüfen. Heute geht es um das Finden der idealen Rechtsform für Ihr zukünftiges Unternehmen.

Rechtsformen gibt es in Deutschland fast Unzählige. Nicht alle kommen sofort für Existenzneugründer in Frage, die Mehrzahl der Neugründungen startet immer noch mit der Unternehmensform des Einzelunternehmers. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick über die gängigsten Rechtsformen, jeweils mit Ihren Vor- und Nachteilen. Im Anschluss an den Artikel finden Sie einen Link zum Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Das Ministerium führt eine eigene Internetseite zum Thema Existenzgründung und bietet noch viel detailliertere Informationen

Die Rechtsformen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.
Der größte Unterschied der beiden Formen ist die Haftung. Während man bei Personengesellschaften als Inhaber meist mit seinem Komplettem Hab und Gut, also auch dem Privatvermögen, haftet, beschränkt sich die Haftung bei Kapitalgesellschaften zumeist auf die sogenannten Einlagen. Werfen wir aber nun einen Blick auf die möglichen Rechtsformen.

Einzelunternehmer, GmbH, AG?

Einzelunternehmer – Der Einzelunternehmer ist die am meisten gewählte Rechtsform bei Existenzgründungen. Werden weniger als 50.000 Euro Gewinn bzw. 500.000 Euro Umsatz erwirtschaftet,
reicht buchhaltungstechnisch eine Einnahmenüberschußrechnung (EÜR) aus. Das ist quasi ein Zettel auf dem Einnahmen und Ausgaben notiert werden, und unten steht die Differenz aus beidem und bildet den Gewinn bzw. Verlust. Hat man im vorigen Jahr nicht mehr als 17.500 Euro bzw. im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro erwirtschaftet, kann man von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. In diesem Fall braucht keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden, jedoch darf auch keine Vorsteuer abgezogen werden.
Der Einzelunternehmer haftet mit seinem kompletten Privatvermögen.

e.K. (eingetragener Kaufmann) – Das ideale Beispiel für einen eingetragenen Kaufmann ist ein Ladengeschäft. Per Definition hat man die Rechtsform e.K. zu wählen wenn man einen „nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb“ benötigt.
Auch der e.K. haftet mit seinem Privatvermögen, ist aber zu doppelter Buchführung verpflichtet

GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) – Die GbR bietet sich an, wenn man seine Existenz mit einem Geschäftspartner aufbauen möchte, aber eine GmbH bspw. aus finanziellen Gründen (Stichwort Gesellschaftereinlagen) scheut. Bei der GbR reicht buchhalterisch ebenfalls eine EÜR, gehaftet wird mit dem kompletten Privatvermögen – wohlgemerkt auch für den Partner!

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) – Die GmbH ist die bekannteste Form eine Kapitalgesellschaft in Deutschland. Die Gründung einer GmbH ist rechts kostenintensiv, da sowohl ein Handelsregistereintrag notwendig ist, als auch die Zahlung einer Gesellschaftereinlage, sodass sich ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro ergibt. Der Vorteil: Die Inhaber haften nur mit dem Geschäftsvermögen, das Privatvermögen wird nicht berücksichtigt.

UG (Unternehmergesellschaft) – Die UG ist die neueste Rechtsform in Deutschland, auch bekannt unter dem Namen Mini-GmbH. Wie bei der GmbH gibt es auch bei der UG eine Haftungsbeschränkung auf das Geschäftsvermögen, als Stammkapital ist jedoch minimal 1 Euro vorgeschrieben.
Einschränkung: Die Firmierung muss den Zusatz UG (haftungsbeschränkt) tragen.

Ltd. (Limited) – Noch bis vor einigen Jahren war die britische Rechtsform Ltd. sehr gefragt, da sie ebenfalls eine Haftungsbeschränkung aufweist, jedoch keine Mindestkapitaleinlage voraussetzt. Dies führte dazu, dass viele deutsche Unternehmen die Rechtsform der Ltd. gewählt haben. Die Bundesrepublik hat daraufhin mit der Schaffung der Rechtsform UG reagiert und hat damit die Ltd. unattraktiver gemacht. Ltds. sind meist nicht so gut angesehen, außerdem vergeben nicht alle deutschen Banken Kredite oder Konten an Ltd.-Firmen. Auch werden bei einer Ltd. Steuern in Großbritannien bezahlt, und Jahresabschlüsse müssen auch in England eingereicht werden.

Weitere Rechtsformen – Darüber hinaus gibt es auch noch die Rechtsformen der PartG (Partnergesellschaft), OHG (Offene Handelsgesellschaft), AG (Aktiengesellschaft), und diverse Formen einer & Co. KG.
Diese Rechtsformen kommen für Existenzgründer kaum in Frage, wer sich dennoch detaillierter darüber informieren können, kann dies auf den offiziellen Internetseiten des BMWi unter www.existenzgruender.de tun.

Nachdem nun sowohl Geschäftsidee als auch Rechtsform geklärt sind, sehen wir uns im nächsten Teil die zu beachtenden Steuerlichen Aspekte etwas genauer an.

Schlagwörter: , , , , , , ,