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Die Umschulung durch das Jobcenter – Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Geschrieben von | 20. Juni 2017 | Allgemein

Nicht selten müssen Arbeitnehmer durch eine Umschulung einen neuen Beruf erlernen. Meist können die Betroffenen ihren alten Job aufgrund von Erkrankungen nicht mehr wahrnehmen. In vielen anderen Fällen führt die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt zur Arbeitslosigkeit. Gerade für Hartz4- Empfänger besteht die Möglichkeit, sich durch das Arbeitsamt umschulen zu lassen. Diese übernehmen auch die Kosten für die Umschulung. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Um die Umschulung durch das Jobcenter bezahlt zu bekommen, muss zunächst eine Arbeitslosigkeit aufgrund von beispielsweise schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, vorliegen. Kann also ein Arbeitnehmer seinen ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben versucht dann das Jobcenter zunächst einen Beruf herauszusuchen, der dem Betroffenen eine sichere Zukunft ermöglichen könnte. Hierbei werden die Stärken des Betroffenen berücksichtigt. Meist schätzt ein Sachbearbeiter die Situation des Arbeitslosen detailliert ein und versucht, einen Beruf zu finden, bei dem Kenntnisse und Qualifikationen aus dem alten Beruf einfließen können. Weiterhin wird darauf geachtet, dass der Arbeitnehmer auch körperlich in der Lage ist, den Beruf später lange auszuführen. Kann also beispielsweise ein Bauarbeiter seine Arbeit aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr ausführen, wird die Umschulung wahrscheinlich in einem weniger körperlich anstrengenden Berufsfeld stattfinden. Doch nicht immer ist die Arbeitslosigkeit eine Voraussetzung für eine Umschulung durch das Jobcenter. Diese kann auch dazu dienen, die Arbeitslosigkeit rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Hierbei bietet auch die Agentur für Arbeit Unterstützung.

Sind alle Voraussetzungen für die Umschulung durch das Jobcenter erfüllt, muss dies dem Betroffenen zugesichert werden. Dazu dient ein sogenannter „Bildungsschein“. Dieser wird dem Träger der Umschulungsmaßnahme in der Regel vor Beginn der Umschulung vorgelegt. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein Dokument, auf welches rechtlicher Anspruch besteht. Vielmehr ist der Bildungsscheine eine freiwillige Maßnahme durch die Behörden. Der Bildungsschein deckt zudem meist auch viele Kosten der Umschulung ab. Hierbei handelt es sich um eine schulische Ausbildung, die rund 2 Jahre andauert. Dabei entstehen für die Betroffenen häufig Kosten, die nicht immer selbst übernommen werden können. Doch welche Leistungen werden durch den Bildungsschein abgedeckt?

Bei der Umschulung handelt es sich meist um einen Lehrgang. Die Kosten für diesen Lehrgang können sehr hoch sein, werden aber in vielen Fällen sogar gänzlich von den Behörden übernommen. Weiterhin bietet sich jedoch auch die Möglichkeit einer betrieblichen Umschulung an. Diese ähnelt einer Berufsausbildung und findet in einem Unternehmen statt. Da hierbei meist keine Kosten anfallen, Sie vielmehr sogar eine Vergütung erhalten, bieten Jobcenter hierbei keine Hilfeleistung. Liegt der Umschulungsort in einer anderen aber nahegelegenen Stadt, zahlen die Behörden die Fahrkosten meist in Form einer Monatskarte. Liegt die Stadt jedoch weit entfernt, bietet das Jobcenter einmalig die Möglichkeit der Übernahme der Umzugskosten. Die Heimfahrt wird ebenfalls bezahlt. Eine Kostenübernahme für eine tägliche Reise in eine weit entfernte Stadt ist hingegen unwahrscheinlich. Lediglich eine Unterkunft während der Zeit des Lehrgangs kann übernommen werden. Hierbei stehen dem Arbeitnehmer ca. 340€ pro Monat für die Miete zur Verfügung. Zusätzlich kann eine Verpflegungspauschale von max. 136€ im Monat bewilligt werden.

130€ pro Monat stellen die Behörden für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Da eine Umschulung sehr zeitaufwändig ist und häufig keine Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder vorhanden sind, bietet das Jobcenter hier Unterstützung. Die zur Verfügung stehenden Leistungen sind jedoch unabhängig von den tatsächlich entstehenden Kosten. Häufig fürchten Umschüler, dass sie während der Zeit der Umschulung ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren können. Betroffene müssen sich jedoch keine Sorgen machen, da der Regelsatz für das  ALG II während dieser Zeit weiterhin ausgezahlt wird.

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Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V.

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