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Wiedereinstieg in den Job nach Elternzeit

Geschrieben von | 26. Oktober 2012 | Allgemein

Papa in Elternzeit

Die in Deutschland oft in Anspruch genommene Elternzeit ist im Sinne des Gesetzes eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes. Anspruch auf Elternzeit haben beide Elternteile. Über vielen Paaren, die über ein Kind nachdenken, schwebt das Thema Elternzeit wie ein Damoklesschwert. Immer wieder hört man die wildesten Geschichten von Arbeitgebern, die Elternteilen während oder aufgrund in Anspruch genommener Elternzeit fristlos kündigen, und die Eltern in keiner Weise unterstützen.

Deshalb möchten wir mit den gängigsten Klischees rund um das Thema Elternzeit aufräumen, und die wichtigsten Fragen dazu beantworten.

 

Wie lange kann man in Elternzeit gehen?

Theoretisch kann maximal von der Geburt des Kindes bis zum 3. Lebensjahr des Kindes die Elternzeit in Anspruch genommen werden. Bei den Müttern greift direkt nach der Geburt noch die im Regelfall 8-wöchige Mutterschutzfrist, Väter dagegen können mit dem Tag der Geburt die Elternzeit beanspruchen. Auch können sich beide Elternteile die Elternzeit flexibel untereinander aufteilen.

Wann muß ich den Arbeitgeber benachrichtigen?

Damit die Elternzeit in Anspruch genommen werden kann, muß der Arbeitgeber fristgerecht darüber informiert werden. Die Anmeldefrist beträgt sieben Wochen vor dem geplanten Beginn der Elternzeit und ist unbedingt einzuhalten.

Habe ich nach der Elternzeit ein Sonderkündigungsrecht?

Es muß ja nicht immer der Fall sein dass der Arbeitgeber nicht mehr auf Ihre Arbeitskraft baut, vielmehr können sich innerhalb der drei Jahre nach Geburt des Kindes die Vorzeichen ändern, sodaß bspw. die Mutter weiterhin das Kind ganztätig betreuen möchte. Hier steht dem in Elternzeit befindlichen Part ein Sonderkündigungsrecht zu. Im Klartext muß das Arbeitsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende der Elternzeit aufgekündigt werden. Damit kann das Arbeitsverhältnis exakt mit dem letzten Tag der Elternzeit beendet werden, es gelten dann keine weiteren Kündigungsfristen.

Kann mir während der Elternzeit gekündigt werden?

Diese Frage brennt fast allen Eltern unter den Nägeln. Kann der Arbeitgeber während der Elternzeit einfach so fristlos kündigen? Pauschal kann man diese Frage mit Nein beantworten, bzw. nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen. Diese wären bspw. eine Betriebsschließung, oder wenn Ihnen besonders schwere Vergehen im Unternehmen (Unterschlagung, Diebstahl, alles was nach dem Strafgesetzbuch geahndet wird)nachgewiesen werden würden. Ansonsten verfügen Väter oder Mütter in Elternzeit über einen besonderen Kündigungsschutz, der bei Müttern bereits mit der Mutterschutzfrist beginnt, bei Vätern mit dem ersten Tag der Elternzeit.

Bin ich während der Elternzeit kranken- und sozialversichert?

Auch hier hat sich der Gesetzgeber ganz stark nach den Eltern ausgerichtet. Während der kompletten Elternzeit gilt die bestehende Kranken- und Sozialversicherung. Zum Zeitpunkt der Elternzeit freiwillig Versicherte (Privatpatienten) sind nach wie vor beitragspflichtig, damit Sie Ihre Krankenversicherung in Anspruch nehmen können.

Was ist nach der Elternzeit?

Beim Wiedereinstieg in das Arbeitsleben hat schon so mancher seinen Arbeitgeber von der negativen Seite kennen gelernt. Viele Arbeitgeber haben den Angestellten während der Elternzeit bereits gegen einen anderen Mitarbeiter ersetzt, um den Personalausfall zu kompensieren. Entsprechend einfallsreich sind Arbeitgeber, wenn es nach dem Ende der Elternzeit darum geht, den frisch gebackenen Elternteil möglichst einfach los zu werden. Ein gern verwendeter Trick der Arbeitgeber: Hat man vorher eine Vollzeitstelle besetzt, hat der Arbeitgeber nach Ihrer Rückkehr aus der Elternzeit auch Anspruch darauf, dass Sie wieder 40 Stunden in der Woche arbeiten. Bitten Sie dann um eine Teilzeitstelle, kann der Arbeitgeber auf die Erfüllung des Arbeitsvertrages – also 40 Stunden die Woche – pochen, und Ihnen bei Nichterfüllung kündigen. Hier sollten bereits im Vorfeld alle Varianten mit dem Arbeitgeber geklärt werden. Fragen Sie explizit bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob Sie nach Ende der Elternzeit auch in einer Teilzeitanstellung weiterarbeiten können, und lassen Sie sich dies schriftlich bestätigen.

Fazit

Die Elternzeit ist ein vom Staat geschaffenes Modell, das den Eltern ermöglicht, Ihrer Kindererziehung möglichst flexibel und ohne Fallstricke nachzukommen. Jedoch bedarf es als Eltern einer guten Planung und einer detaillierten Absprache mit dem jeweiligen Arbeitgeber. Hat man die Rahmenbedingungen bereits vor Eintritt in die Elternzeit geklärt, bewahrt man sich vor bösen Überraschungen. Sehr hilfreiche Informationen über die gesetzliche und soziale Absicherung während der Schwangerschaft und der Erziehungszeit finden Sie auf Wikipedia. [http://de.wikipedia.org/wiki/Elternzeit]

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