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Steuerliche Aspekte bei der Existenzgründung

Geschrieben von | 24. August 2012 | Allgemein

Steuertipps für Existenzgründer

Leitfaden Existenzgründung – Teil 3

Fassen wir zusammen – Wir haben in Teil 1 eine geniale Geschäftsidee entwickelt, und sind uns auch über die in Teil 2 angesprochene Rechtsform im Klaren. Heute wollen wir diverse steuerliche Aspekte der Selbständigkeit näher beleuchten. Natürlich will unser Staat von jedem verdienten Euro etwas abhaben, manchmal mehr, manchmal weniger. Welche Steuern bei einer eigenen Existenz zum Tragen kommen erfahren Sie jetzt.

Die Formalitäten der Existenzgründung

Die ersten Kosten kommen bereits bei der Gründung eines Unternehmens auf Sie zu. In fast allen Fällen der Gründung steht am Anfang der Gang zum Gewerbeamt bevor. Dort wird ein Gewerbe gegründet, dies lässt sich der Staat mit ca. 50 Euro bezahlen. Handelt man als Einzelunternehmer, so kommen außer der Gewerbeanmeldung erst einmal keine weiteren Kosten hinzu. Anders bei Kapitalgesellschaften. Diese müssen ins Handelsregister eingetragen werden. Zur Handelsregistereintragung ist zwingend ein Notar erforderlich. Jeder, der schon einmal aus anderen Gründen mit einem Notar zu tun hatte, wird wissen, dass Notare nicht gerade wenig Geld für Ihre Leistungen verlangen. Die Ausnahme bildet übrigens ein gegründetes Unternehmen ohne eigenen Firmennamen – wenn beispielsweise mit dem Namen des Gründers firmiert wird – hier ist oftmals keine sofortige Eintragung im Handelsregister notwendig.

Buchhaltung

Am unkompliziertesten ist hier wieder die Einzelunternehmung. Sowohl Bilanzierung als auch doppelte Buchführung entfällt hier, die vorgeschriebene Einnahmenüberschußrechnung (EÜR) kann jeder selbst am PC durchführen. Es reicht ein einfaches Formular, in dem Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden, und abschließend ein Gewinn bzw. Verlust ausgewiesen wird.
Für eingetragene Firmen wird es umfangreicher, hier muss einmal jährlich dem Handelsregister auf Basis des Rechnungswesens eine Bilanz vorgelegt werden. Gerade Existenzneugründer werden nicht über einen fest angestellten Bilanzbuchhalter verfügen, und deshalb eine Steuerberatung für diese Dienste beauftragen

Steuerberatung

Freuen kann sich auch hier wieder der Einzelunternehmer. Ist er in gewissen steuerlichen Dingen unsicher, empfiehlt sich eine Erstberatung bei einem Steuerberater. Nach der Erlangung des notwendigen Basiswissens kann der Rest meist selbst erledigt werden. Anders wieder bei Firmen mit Eintragung im Handelsregister, also Kapitalgesellschaften. Hier reicht eine Erstberatung meist nicht aus. Einerseits benötigt man einen Steuerberater, der kontinuierlich bei steuerlichen Fragen zur Verfügung steht, zum anderen wird dieser auch das komplette Rechnungswesen des neu gegründeten Unternehmens übernehmen.

Interessante Steuerarten

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer wird an die Gemeinde bezahlt, in der das Unternehmen ortsansässig ist. Jede Gemeinde veröffentlicht einen eigenen sogenannten Gewerbesteuer-Hebesatz, d.h. die Höhe der Gewerbesteuer variiert je nach Örtlichkeit. Hier kann man sich im Internet oder bei der Gemeinde informieren, wie hoch der Steuersatz liegt. Aufatmen können einmal mehr die Kleinunternehmer. Durch einen Gewerbesteuerfreibetrag von 24.500 Euro jährlich kommen Kleinunternehmer nur selten über diese Bemessungsgrenze hinaus.

Umsatzsteuer

Das Thema Umsatzsteuer füllt komplette Bücher, wir wollen versuchen, Ihnen die Thematik in zwei Sätzen nahe zu bringen, für nähere Details empfiehlt sich hier aber die Nachfrage bei einem Steuerberater. Grundsätzlich sind getätigte Umsätze zu versteuern. Dazu muss einmal pro Monat eine sogenannte Umsatzsteuer-Voranmeldung abgegeben werden, dies kann mittlerweile nur noch in digitaler Form durch die vom Finanzamt zur Verfügung gestellte Software ELSTER geschehen. Im Gegenzug zu getätigten Umsätzen die versteuert werden müssen, kann sich der Unternehmer von allen Einkäufen die Vorsteuer abziehen. Ausgenommen sind auch hier wieder die Kleinunternehmer, da es auch bei der Umsatzsteuer eine Bemessungsgrenze von 17.500 Euro gibt. Darunter muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden, jedoch darf dann auch keine Vorsteuer abgezogen werden.

Körperschaftsteuer

Diese Steuer wird nur für Kapitalgesellschaften fällig und beträgt momentan 25% des Unternehmensgewinns. Wie beschrieben wird Sie nur fällig, wenn das Unternehmen am Ende des Geschäftsjahres einen Gewinn verbuchen kann.

Einkommensteuer

Einkommensteuer zahlen grundsätzlich alle Personen mit einem Wohnsitz in der Bundesrepublik. Unterhält man eine Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmen, errechnet sich die Höhe der Einkommensteuer über den Gewinn des Unternehmens und wird entweder durch Bilanzierung oder die schon angesprochene EÜR ermittelt.
Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften gelten vor dem Gesetz als angestellte Arbeitnehmer. Sie haben für Ihr Unternehmen keine Einkommensteuer abzuführen, sondern zahlen Lohnsteuer.

Unser kleiner Einblick in die Steuerarten eines Unternehmens kann natürlich auf keinen Fall eine professionelle steuerliche Beratung ersetzen, sondern soll lediglich einen kurzen Überblick über die Steuern geben, mit denen man als Existenzgründer konfrontiert wird.
Das war Teil 3 unseres Existenzgründerleitfadens. In der nächsten Woche erzählen wir Ihnen mehr über das Thema Geschäftsplan.

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