Kommentare deaktiviert für Weihnachtsgeld – Anspruch und Möglichkeiten

Weihnachtsgeld – Anspruch und Möglichkeiten

Geschrieben von | 16. November 2012 | Allgemein

Weihnachtsgeld

Im November ist es wie jedes Jahr wieder soweit – auf der Gehaltsabrechnung für November ist im Idealfall die Zahlung eines Weihnachtsgeldes vermerkt. Im Volksmund auch 13. Monatsgehalt genannt, bietet das Weihnachtsgeld vielfältige Möglichkeiten.

Ob und wie hoch das Weihnachtsgeld ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Weihnachtsgratifikation kann entweder über den Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt sein, es existiert eine Betriebsvereinbarung im Unternehmen oder es handelt sich um eine wiederholte freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Bei Beamten gibt es außerdem eine gesetzliche Regelung zur Zahlung des Weihnachtsgeldes. Im Normalfall wird Weihnachtsgeld ungefähr in der Höhe eines Brutto-Monatsgehaltes ausbezahlt.

Aus historischer Sicht soll das Weihnachtsgeld die Möglichkeit bieten, Geschenke zu kaufen – und damit die Marktwirtschaft weiter anzukurbeln – und um das Weihnachtsfest durch diesen Bonus besser gelingen zu lassen.
Heutzutage gibt es für Arbeitnehmer jedoch durchaus auch andere Möglichkeiten, mit dem Weihnachtsgeld zu haushalten.

Wer bereits im Oktober alle Weihnachtsgeschenke beisammen hat, und nicht Gefahr läuft, ohne die Auszahlung des Weihnachtsgeldes in einen finanziellen Engpass zu kommen, hat hervorragende Möglichkeiten,
die Weihnachtsgratifikation als Altersvorsorge zu nutzen.
Für alle die Ihr Weihnachtsgeld gerne brutto für netto kassieren möchten, besteht die Möglichkeit der Gehaltsumwandlung. Andere Bezeichnungen dafür sind beispielsweise Direktversicherung oder Betriebliche Altersvorsorge durch Weihnachtsgeld.

Wie funktioniert die Gehaltsumwandlung und welche Vorteile bietet Sie?

Bereits seit 10 Jahren haben Arbeitnehmer ein Anrecht auf Betriebsrente per Gehaltsumwandlung. Hierbei können bis zu vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in einen Pensionsfonds,
eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse einbezahlt werden. Der große Vorteil: Der Staat bedient sich hier weder in Sachen Steuern noch bei den Sozialabgaben. Der jährliche Höchstsatz liegt bei 2640,- €.

Wie viel Geld kann ich damit „sparen“?

Einmal angenommen es kann der jährliche Höchstsatz von aktuell 2640,- € angespart werden und Ihrem Gehalt werden 40% an Steuern und Sozialabgaben abgezogen, beläuft sich die Summe der Abzüge auf 1056,- €.
Würden Sie ihr Weihnachtsgeld normal ausbezahlen lassen, ginge dieser Betrag an den Fiskus.
Mit einer Gehaltsumwandlung können Sie Ihr ganzes Bruttogehalt ansparen.
Einziger Wehrmutstropfen: Die angesparten Beträge müssen bis zum 65. Lebensjahr in dieser Direktversicherung liegen bleiben, und können erst dann ausbezahlt werden. Zahlen Sie beispielsweise 30 Jahre lang ein, haben Sie danach mehr als 31000,- € mehr übrig – nämlich die Steuern und Sozialabgaben die Ihnen der Staat bei dieser Form der Altersvorsorge einfach schenkt.

Und wenn ich das Geld zwischenzeitlich dringend benötige?

Viele Arbeitnehmer scheuen die Direktversicherung, weil Sie das Gefühl vermittelt bekommen, das einbezahlte Geld wird dort eingefroren, und es gibt keine Möglichkeit, die Direktversicherung vorzeitig auszahlen zu lassen.
In der Praxis verhält sich dies wie folgt: Standardverträge bei Direktversicherungen bieten nach ca. 10 Jahren die Möglichkeit, das angesparte Geld vorzeitig auszahlen zu lassen. Dies macht nur in Notfällen Sinn, beispielsweise wenn ein Kredit nicht mehr bedient werden kann. Will man das Geld vorher ausbezahlen lassen, tritt die nachgelagerte Besteuerung in Kraft. Das heißt, der komplette Betrag ist vor der Auszahlung zu versteuern, und zwar nach den Steuersätzen zum Zeitpunkt der Auszahlung.

Gibt es Nachteile bei einer Direktversicherung?

Das bisher Gelesene klingt tatsächlich fast zu schön um wahr zu sein, umso überraschender mag sein, dass es tatsächlich kaum Nachteile gibt. Neben der Tatsache dass der Vertrag bis zum 65. Lebensjahr läuft, sollte man noch die Tatsache beachten, dass Direktversicherungen nicht beliehen bzw. verpfändet werden können. Ansonsten genießt man ausschließlich Vorteile.

Wie schließe ich eine Direktversicherung ab?

Im Normalfall sollte Sie Ihr Arbeitgeber bereits auf diese Möglichkeit der Altersvorsorge hingewiesen haben. In vielen Betrieben wird dieses Thema jedoch immer noch stiefmütterlich behandelt. Eventuell wurde es bei einer Betriebsversammlung im Nebensatz angesprochen um der gesetzlichen Pflicht Genüge zu tun, im Nachgang ist dann jedoch nichts passiert. Falls Sie Interesse an einer Altersvorsorge durch Direktversicherung haben, sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an. Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen diese Form des Sparens anzubieten, und wird Ihnen sicherlich gerne bei der Umsetzung behilflich sein.

Unser Tipp: Direktversicherungen sind nicht an einen Arbeitgeber gebunden, das bedeutet, Sie können Ihre bereits angesparte Direktversicherung ganz unkompliziert zu Ihrem nächsten Arbeitgeber mitnehmen!

 

Schlagwörter: , , ,