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Anonyme Bewerbungsverfahren in Deutschland

Geschrieben von | 3. Juli 2013 | Allgemein

Pro und Contra zu Anonyme Bewerbungsverfahren in Deutschland

Das Pro und Contra von anonymen Bewerbungsverfahren in Deutschland ist ein Thema das polarisiert. Auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz werden einem zahlreiche Stolpersteine in den Weg gelegt. Von der Erstellung einer korrekten und ansprechenden Bewerbung über die richtige Auswahl der Kleidung für ein Vorstellungsgespräch bis hin zum eigentlich wichtigsten Teil der Jobbewerbung: dem Gespräch selbst.

Warum sind anonyme Bewerbungen sinnvoll? Pro & Contra

Die Chance für ein Bewerbungsgespräch erhält nicht unbedingt der qualifizierteste Mitarbeiter. Sind anonyme Bewerbungsverfahren in Deutschland also sinnvoll? Man muss sich der Fakten klar sein. Auch wenn es Unternehmen gerne leugnen, es gibt zahlreiche stellenunabhängige Kriterien die das Aus für bestimmte Bewerber sein können.

  • Der „falsche“ Name
    So manch Unternehmen schließt beim Lesen eines international klingenden Namens auch auf entsprechende Wurzeln oder Herkunft. Grundsätzlich hat die Nationalität eines Mitarbeiters aber nur in den seltensten Fällen Einfluss auf die Ausübung einer Arbeit. Dennoch entscheiden sich viele Personaler bereits bei der Bewerbung bewusst gegen internationale Bewerber.
  • das „falsche“ Bild
    Bei der Auswahl des Fotografen ein unglückliches Händchen zu haben oder sich mit schlechter Laune fotografieren zu lassen, kann sich durchaus auf den beruflichen Werdegang auswirken. Es ist eigentlich nicht verwerflich, dass wir oftmals nicht anhand der Qualifikationen entscheiden ob ein Mitarbeiter passend für das Unternehmen ist, sondern gerne vor allem der Sympathie und dem ästhetischen Empfinden ein Wahlrecht geben.
  • Kein „passendes“ Geschlecht
    Wir sind immer noch auf dem Weg in ein Land, in dem Frauen und Männer in der Arbeit gleich gestellt werden. Doch selbst, wenn Frauen in der Zukunft einmal das selbe Gehalt für einen gleichen Beruf bekommen sollten, so bleibt es de facto nicht selten ein Nachteil das schwächere Geschlecht bei einer Bewerbung zu sein. Ein unterstellter Kinderwunsch, weniger Belastbarkeit oder ein schwieriges Betriebsklima durch verschiedene Geschlechter stellen nicht selten noch so hohe Bildung und berufliche Qualifikation in den Schatten.
  • der „falsche“ Familienstand
    Verheiratet, ledig, verwitwet – auch der Familienstand kann ein Grund sein, von der Bewerberauswahl ausgeschlossen zu werden. Verheiratet und kinderlos birgt demnach beispielsweise die Gefahr einen Mitarbeiter demnächst aufgrund von Elternzeit oder Mutterschutz zu verlieren.

Anonyme Bewerbungen geben den Bewerbern die Möglichkeit, allein durch Zeugnisse, Weiterbildungen und Qualifikationen zu glänzen und die Chance für ein direktes Gespräch auch trotz internationalem Hintergrund, einem schlechten Bild oder dem vermeintlich schwachen Geschlecht zu bekommen. Firmen wie die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, L’Oréal, Myday, oder das Bundesfamilienministerium nahmen 2010 an einem Pilotprojekt teil und akzeptierten anonyme Bewerbungen mit einem Minimum an Informationen. Bis zum Bewerbungsgespräch direkt galt somit Chancengleichheit. Der große, positive Unterschied: Bei anonymen Bewerbungen kommen Bewerber zum Zug und im besten Fall zum Job, welche ohne diese Möglichkeit keine Chance bekommen hätten.

Bereits gute Erfahrungen in anderen Ländern

Auch andere europäische Länder wie Belgien oder Frankreich haben bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Bewerbungsverfahren des ganzen öffentliche Sektor in Belgien basiert heute auf anonymen Bewerbungen. Auch Übersee in Kanada, USA und Großbritannien sind anonymisierte Bewerbungen bereits üblich.

Dennoch sind deutsche Unternehmen nach wie vor verhalten. Vier der Firmen, welche am Pilotprojekt teilnahmen werden das System der anonymen Bewerbung zwar beibehalten. Gerade die großen Unternehmen aber zweifeln am Unterschied in der schlussendlichen Bewerberauswahl und befürchten einen höheren Aufwand bei der Personalsuche.

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