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Schlechtwetter oder Kündigung

Geschrieben von | 30. Januar 2013 | Allgemein

Schlechtwetter Bauarbeiter

Der Winter hat lange auf sich warten lassen, doch jetzt stecken wir mitten drin. Neben eiskalten Tagen mit verschneiten Straßen, beschert uns das aktuelle Regenwetter Glatteis und macht einem den Gang vor die Tür mies. Nicht jeder verlässt im Winter allerdings das Zuhause rein zum Vergnügen. Der Blick vieler Arbeitnehmer geht morgens zu aller erst aus dem Fenster, denn sie stehen an ihrem Arbeitsplatz in völliger Abhängigkeit vom Wetter.

 

Schlechtwetter oder saisonale Kündigung – Worauf Bauarbeiter achten sollten

Dank dem immer noch vorhandenen Bau-Boom in Deutschland sind die Terminbücher vieler Handwerker und Baufirmen mittlerweile auch in den Wintermonaten prall gefüllt. Trotzdem lässt es vor allem von Ende Dezember bis Ende März manchmal die Witterung nicht zu, gewisse Arbeiten am Bau auszuführen.

Früher sprach man hier vom sogenannten „Schlechtwetter“. Das konnte einerseits bedeuten dass Arbeitnehmer von Ihrer Firma für einen gewissen Zeitraum gekündigt wurden – meist mit der mündlichen Absprache mit dem Chef dass es im Frühling wieder zu einer Einstellung kommt. Andererseits gab es das sogenannte Winterausfallgeld. Das Winterausfallgeld trat erst mit der 31. witterungsbedingten Ausfallstunde in Kraft. Diese damalige Regelung führte in der Vergangenheit dazu, dass die überwiegende Zahl der Bauarbeiter in den Wintermonaten arbeitslos war.

Dank einer Neuregelung der Bundesregierung wurde das sogenannte saisonale Kurzarbeitergeld eingeführt. Dies gilt ab der ersten Ausfallstunde und bei allen – also auch nicht witterungsbedingten – Arbeitsausfällen. Der Arbeitgeber hat hierbei die Möglichkeit, in witterungs- oder auftragsbedingt schlechten Monaten, Kurzarbeit zu beantragen. Die Höhe des saisonalen Kurzarbeitergeldes liegt bei 60% des Nettoentgelts eines Arbeitnehmers (67% bei Arbeitnehmern mit Kind).

Für den Arbeitnehmer ergibt sich hier der Vorteil dass beispielsweise keine Rentenversicherungslücken entstehen, da das Arbeitsverhältnis auch während der Kurzarbeit aufrechterhalten wird.

Arbeiter im Baugewerbe sollten deshalb wissen: Kündigungen mit der Begründung „Schlechtwetter“ sind immer zu hinterfragen. Wenden Sie sich bei Unklarheiten immer an Ihren Betriebsrat bzw. an die Gewerkschaft. Diese kann Ihnen alle Ihre Fragen detailliert beantworten und unterstützt Sie beim Finden einer Lösung.
Lassen Sie sich keinesfalls auf mündliche Absprachen mit Ihrem Arbeitgeber ein. Sofern Sie einer vorübergehenden Kündigung tatsächlich zustimmen, lassen Sie sich schriftlich vom Arbeitgeber eine Wiedereinstellung versichern bzw. versuchen Sie idealerweise mit Ihrem Arbeitgeber die Vorteile der saisonalen Kurzarbeit zu erörtern und Ihre Firma ggf. von dieser Form der Überbrückung zu überzeugen.

Die Bundesagentur für Arbeit stellt sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer umfangreiche und stets aktualisierte Informationen zum Saison-Kurzarbeitergeld zur Verfügung. Hier können Sie alles zur gesetzlichen Regelung des Saison-Kurzarbeitergeldes nachlesen: http://www.arbeitsagentur.de/nn_8500/zentraler-Content/A06-Schaffung/A062-Beschaeftigungsverhaeltnisse/Allgemein/Saison-Kug.html

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